50 Jahre Umschlagmacher: Wir sind der sichere Hafen!

Kategorie: Umschlagmacher

Butter bei die Fische: Wie stellen sich die Umschlagmacher in einem schrumpfenden Markt auf? Und wie füllen wir das Motto “Wir packen die Zukunft” mit Leben? Für unser Jubiläumsmagazin gab Frank Springob – als Co-Geschäftsführer in der Doppelspitze mit Inhaber Bastian Steinmetz – Einblick in die Strategie.

Frank, die wichtigste Frage gleich am Anfang: Stirbt der Umschlag, so wie wir ihn kennen?

Frank Springob: Nein. Aber wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, dass der Markt rückläufig ist und dass sich diese Entwicklung auch nicht mehr drehen wird. Der Verband FEPE geht davon aus, dass in Europa bis 2032 der Versand von Briefsendungen um weitere 40 Prozent auf etwa 20 Milliarden Sendungen jährlich zurückgehen wird. Das trifft uns aber nicht überraschend, sondern es ist eine logische Konsequenz der Digitalisierung. Es wird einfach viel weniger per Post verschickt, nicht nur private Korrespondenz, sondern auch große, regelmäßige Massenaussendungen in Firmen erfolgen immer häufiger digital. Allein durch die Umsetzung der E-Rechnungspflicht werden rund 1 Milliarde Briefhüllen weniger benötigt.

Was bedeutet das für Steinmetz?

Frank Springob: Wie gesagt, die Entwicklung war vorhersehbar. Wir haben bereits 2019 begonnen, Steinmetz strategisch umzubauen und unser Portfolio und unsere Prozesse zukunftssicher aufzustellen. Beispielsweise streben wir ein Netzwerk mit Kooperationspartnern an, die unsere Wertschöpfungskette agiler machen und durch Synergien Kosten einsparen helfen.

Also ein neues Businessmodell?

Frank Springob: So weit würde ich nicht gehen – der Umschlag bleibt weiterhin unser Kerngeschäft, wir sind ja schließlich die “Umschlagmacher”. Und der Umschlag als Produkt ist auch längst nicht tot, lediglich seine goldenen Zeiten sind vorbei. Wir sind davon überzeugt, dass es auch weiterhin einen ausreichend großen Markt für Steinmetz-Umschläge geben wird. Es mag sein, dass das Umschlag-Geschäft für manche Großkonzerne nicht mehr attraktiv genug ist – für uns als kleinen, wendigen Mittelständler gibt es mehr Möglichkeiten, Nischen zu besetzen und rentabel zu arbeiten. Ich weiß, dass manche unserer Kunden Sorge haben, wo sie in zehn Jahren noch Umschläge kaufen können. Deshalb betone ich: Bei Steinmetz! Wir sind der sichere Hafen und werden auch weiterhin Umschläge produzieren, so lange sie von unseren Kunden gebraucht werden.

Welche Nischen sind denn für Umschlagmacher in Zukunft attraktiv?

Frank Springob: Wir sehen unter anderem eine stark wachsende Nachfrage nach Sonderanfertigungen – besondere Formate, Panoramafenster, Dekor-Klappen, also alles, was nicht Standard-Katalogware ist. Hier sind die Margen größer und mit unserem Hightech-Maschinenpark sind wir hervorragend für diese Aufträge aufgestellt. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern gibt es Sonderanfertigungen bei Steinmetz auch in Kleinmengen. Ebenfalls wachsend ist die Nachfrage nach E-Commerce-Verpackungen. Wir sind hier mit unserem nachhaltigen Mailerbag Robusto bereits gut im Geschäft.

Apropos nachhaltig: Sind umweltfreundliche Umschläge und Versandverpackungen auch ein Wachstumsmarkt?

Frank Springob: Das würde man angesichts des wachsenden ökologischen Gewissens in der Gesellschaft vermuten, aber Einkäufer müssen natürlich immer den Spagat zwischen Umweltfreundlichkeit und Wirtschaftlichkeit schaffen. Da ist sicher noch Luft nach oben und gerade im verpackungsintensiven E-Commerce ist das Umschlagmaterial auf jeden Fall ein Hebel für die Verbesserung des ökologischen Fußabdrucks. Wir finden das Thema superspannend und sind für Online-Shops ein kompetenter Lieferant nachhaltiger Umschläge.

Wir haben noch jede Menge Ideen!

Manuela Wittmann

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